| Erlebnisse mit Maremmani | |
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Gulliver - böse Überraschung mit Happy End |
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Ich bin mit Hunden aufgewachsen und ich wollte mit unserer heutigen Familie immer einmal einen Hund haben. Eigentlich war der Zeitpunkt als wir auf Gulliver stiessen viel zu früh für mich, zumal unser Jüngster gerade erst 3 Jahre alt war. Ich habe aus reiner Neugier im Internet die Tierheime abgeklappert und stiess dabei auf Gulliver im Tierheim Surber. Ich kann nicht sagen warum, aber er zog mich magisch an. Mein Mann meinte, dass wir ihn anschauen gehen könnten. Doch ich war skeptisch weil ich mich kenne und wahrscheinlich ahnte ich, dass wir ihn dann nach Hause nehmen. An einem Samstag war es dann soweit, wir machten uns auf den Weg um ihn uns anzusehen. Wir gingen eine Stunde mit ihm spazieren, trafen andere Hunde und sahen dabei auch, dass Gulliver anderen Hunden gegenüber ein gutes Sozialverhalten zeigte. Vorab hatten wir uns über die Rasse Maremmano übers Internet informiert und auch in Rassebüchern darüber gelesen. Mit dem heutigen Wissen sind das lausige Informationen gewesen die wir erhalten haben. Als wir vom Spaziergang zurück kamen, war ein weiterer Interessent da. Frau Surber hatte Bedenken wegen dem 3 - Jährigen und der Grösse des Hundes, da er ihn umwerfen könnte , aber das waren die einzigen Bedenken. Wir gingen nach Hause um das Ganze ein bisschen setzen zu lassen. Mein Mann rief dann noch am Abend im Tierheim an und Frau Siegrist die das Tierheim leitet, fragte wann wir ihn holen wollen. Sie sagte uns dass der andere Interessent abgesagt habe da er noch einen anderen Hund zu Hause hätte und darum noch warten möchte. Am nächsten Morgen stand ich auf und hatte wirklich Bedenken ob es nicht zu früh ist für einen Hund. Die Kinder und mein Mann überstimmtem mich und wir machten mit Frau Siegrist aus, dass wir den Hund bei Problemen innert 2 Wochen zurückgeben können. Also machten wir uns auf den Weg und holten ihn ab. Die Odysee begann..... !!! Zu Hause angekommen merkten wir, dass dieser Hund überhaupt nichts kannte. Er war sehr ängstlich und bei allem Neuen zeigte er Panikreaktionen. Am zweiten Tag packte er meinen Schwiegervater das erste Mal am Arm. Wir schoben alles auf den Stress mit der neuen Platzierung. Dazu kam, dass Gulliver sich 24 Stunden am Tag kratzte. Der Tierarzt stellte eine falsche Diagnose, die dem Hund ein halbes Jahr falsche Behandlung einbrachte und für uns ca. Fr. 3000.-- Tierarztkosten nach sich zog. Erst das Tierspital konnte uns weiterhelfen. Es war eine einfache Räude! Gulliver hat bei uns zu Hause regelmässig Besucher angegriffen. Es kam soweit dass ich schon Schweissausbrüche hatte, wenn ich wusste dass Besucher kamen. Am schlimmstem war es, wenn meine Kinder ihre Freunde mitbrachten. Einem Erwachsenen kann man erklären dass man nicht zum Hund hingehen soll, Kinder begreifen das oftmals nicht. Dazu kam, dass mir niemand in der Hundeschule weiterhelfen konnte. Ich war bei Jemandem, der sagte einfach zu mir, ich solle aufhören zu korrigieren, es sei halt ein Maremmano. Was ich an unserem Hund überhaupt nicht verstand war, dass er sich vom Besuch kraulen und streicheln liess und wenn dann der Besuch aufstand packte ihn der Hund am Arm. Ich glaube es gibt nichts was ich nicht ausprobierte. Ich ging jeden Samstag auf den Hundeplatz mit ihm. Eine Tierkommunikatorin hatte mir für ca. Fr. 900.-- Sachen aufgeschwatzt da unser Hund Elektrosmog belastet sei und ständig Kopfweh habe und deswegen so aggressiv sei. Was ich überhaupt nicht verstehen konnte war, dass Gulliver draussen überhaupt nicht so war. Ich konnte auf den Schulhausplatz, wo 20 Kinder um ihn rum standen, und es machte ihm nichts aus. Aber wehe, wenn ein Kind zu uns nach Hause kam. Da war er der Teufel in Person. Es kam soweit dass ich ernsthaft in Erwägung zog den Hund einschläfern zu lassen. Eine Umplatzierung konnte ich mir nicht vorstellen, ich hatte Angst, dass er das nicht verkraften würde. Was ihm das Leben gerettet hat war dass ich Schuldgefühle gehabt hätte, dass ich versagt habe und die wahnsinnige Geduld die er mit unseren Kindern hat. Mein Mann und ich hatten fast eine ernsthafte Ehekrise wegen dem Hund und es musste einfach etwas passieren. Per Zufall kam ich in Kontakt mit Susanne Müller vom Kuvasz-Verein, und die hatte immer ein offenes Ohr für mich. SIe hat mich an Renate Brünggel vom KAH verwiesen, die in Zofingen eine Hundegruppe leitete. Ich meldete mich bei Renate an, es waren jedoch bis dahin noch 2 lange Monate. In der Zwischenzeit habe ich mich an einen privaten Hundetrainer gewandt der mich und meinen Hund beurteilen sollte. Diese Erkenntnisse dieser Stunde waren eine Katastrophe. Wir waren in der Stadt und am Ende dieser Stunde war klar dass wir ein massives Rangordnungsproblem hatten. Mein Hund nahm mich überhaupt nicht ernst! Und das obwohl ich Wert darauf legte, dass die üblichen Sachen wie keine erhöhten Liegeplätze, wir essen zuerst, wir gehen zuerst durch die Tür, konsequent befolgt wurden. Dieser Hundetrainer war auch der erste der nicht fast in Ohnmacht fiel weil ich mit einem Herdenschutzhund auftauchte. Er war auch der erste der mir diesen Hund führen konnte. Ich meldete mich bei ihm an und ging jede Woche in eine Gruppe, die Übungen machte, wie in die Stadt gehen, oder mit der Bahn fahren, usw. Ich lernte bei diesem Trainer meine Einstellung zum Hund zu ändern. Ich lernte aber auch meinen Hund gegebenenfalls zu korrigieren. Er befolgt heute jedes Kommando aufs erste Wort, halt in seinem langsamen Tempo aber er befolgt es. Parallel ging ich bei Renate Brünggel in eine Hundeplauschgruppe und siehe da; mein Hund hatte plötzlich Freude am Hindernisparcour. Seit die Rangfolge klar ist, ist es auch meinem Hund wohler. Zu Hause halte ich es heute so, dass mein Hund auf seinen Platz muss wenn es an der Türe klingelt. Wenn ihm der Besuch bekannt ist, darf er kurz begrüssen, muss aber dann wieder auf seinen Platz. Wenn wir den Besucher nicht kennen, darf er ihn nicht begrüssen. Wenn Kinder im Wohnzimmer herumschwirren und ich nicht garantieren kann ob nicht eins zum Hund geht, trenn ich ihn mit einem Kinderschutzgitter ab. Da will ich kein Risiko eingehen. Es hat fast keinen Zwischenfall mehr gegeben. Heute weiss ich auch auf was man schauen muss. Ich möchte mit dieser Geschichte Menschen Mut machen die mit ihrem Herdenschutzhund Probleme haben. Mann muss sich aber auch bewusst sein, dass diese Hunde nicht "everybodys Darling" sein werden. Aber sie können wunderbare Familienhunde sein wenn man gewisse Sachen beachtet. Ich wünsche mir von den TIerheimen, dass sie Herdenschutzhunde gewissenhafter vermitteln. Und vor allem auf die Gefahren aufmerksam machen. Es ist in unserem Fall unverständlich, dass dieser Hund an uns und nicht an Bruno mit HSH-Erfahrung vermittelt wurde. Ich möchte mich an dieser Stelle auch noch bei Renate Brünggel vom KAH bedanken, die mir gezeigt hat, dass auch aus unserem Gulliver ein guter Hund wird, und bei Susanne Müller die immer ein offenes Ohr und endlose Geduld mit mir hatte. Daniela mit Gulliver Nov. 2004 |
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